...


Stadtschaft
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giovedì, aprile 30, 2009
 

Saloppe Komödie in einem Akt


Commedia vana in un atto. Per i nostri lettori tedescofoni. Selbst für sie eine Zumutung!


(Herzlichen Dank an Geek Pie für die 62 Schlagwörter!)


Personen:

Sarah

Lara

Schatzi, der Kellner

Orso

Giulio


Lara und Sarah sitzen im Café am Kanal, im Schatten.


- Känguruhfleisch? Der hat wirklich Känguruhfleisch gegessen?

- Ja, in Neuseeland. Er war in Neuseeland mit seinen Eltern… der Vater hatte dort eine Ausstellung…Zeitgenössische Bildhauerei aus Sardinien, oder so was Ähnliches.

- Gibt es Kängurus auch in Neuseeland? … Ist er nicht Rechtsanwalt?

- Ja, und dazu noch bildender Künstler, seit Jahren schon.

- Ach, was! Der Sohn wie der Vater. Das hat er mir nie erzählt, der Orso.

- Tja, du weißt schon: Orso erzaehlt nicht immer gerne so… persönliche Sachen. Also, manches erzählt er schon… es kommt darauf an. Wenn du ihn fragst, antwortet er. Ganz ehrlich.

- Das stimmt. Ach, hier kommen unsere Cappuccinos…

- Oder Cappuccini, Cappuccina, Cappuccinata, wie auch immer. Dankeschön, Schatzi.

- Danke.

- So… mit extra viel Ejakulat oben drauf.

- Ja, so wollen wir es haben… Oh, guck mal! Er hat unsere Initialen mit Kakaopulver drauf schabloniert.

- Oh, nein! Wie süß ist das? Aber hier… mein S sieht irgendwie sonderbar aus… so ein bisschen wie eine Schlange mit ganz dicken Eiern… soll es „Sa“ heißen?

- Zeig mal her. Ja, vielleicht wollte er deinen Namen ganz ausschreiben und gleich nach dem zweiten Buchstaben hat er gemerkt, dass der Platz auf dem Ejakulat dafür nicht reichen würde… Obwohl… es könnte auch „Se“ heißen…

- Ja, wie Selen. Warum nicht gleich „Sc“, wie Scandium? Oder „Sr“: Strontium.

- Oder vielleicht ist es sogar ein Sonderzeichen. Das Schwa zum Beispiel. „Der mittlere Zentralvokal, der sich artikulatorisch und akustisch etwa in der wohl definierten Mitte zwischen den anderen Vokalen befindet". Ja, es ist definitiv ein Schwa.

-Na gut, dann ist es ein Schwa.

- Ja! Es passt definitiv zu deiner Persönlichkeit. Die Mitte, wonach du verzweifelt suchst. Das Gleichgewicht. Was hat dein Herr Doktor noch Mal gesagt?

- Depressiver Narzissmus, mit extremen Schwankungen zwischen einem übersteigerten Selbstbild und der Furcht, den Fremdansprüchen nicht zu genügen.

- Schön hört es sich an.

- Obwohl ich auch Maltes Formulierung ganz gerne mag: „besserwisserisch depri“.

- Nicht schlecht.

- Tja. Eine Minute überheblich und die Minute danach selbst-abwertend. Und ich war so ein fröhliches Kind! Wie sagt man? Ein Springinsfeld: unbekümmert und leichtsinnig. Irgendwann ist da was wohl schief gelaufen…

- Sag mal, ist es nicht kalt hier? Wollen wir uns nicht draußen setzen? In der Sonne?

- Ja, warum nicht? Hol mal die Taschen, ich nehme die Cappuccinos.

- Stattgegeben.

- Kannst Du mal auch die Bunte holen? Please?

- No problem. Vorsicht!


Draußen am Kanal, in der Sonne.


- Ach, ist es schön hier draußen.

- So. Hör mal zu: „Im Kirschgarten der Sommerresidenz von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis am Comer See fand am 25. April die traditionelle Verfolgungsjagd statt, womit das deutsche Adelsgeschlecht seit Jahrzehnten den italienischen Tag der Befreiung allegorisch darstellt. Gewinnerin der diesjährigen Jagd war Penny McLean, die in ihrer Danksagung… “

- Was? Lebt sie noch?

- Ja, natürlich lebt sie. Was denkst du denn? „… die in ihrer Danksagung Sokrates mit den Worten zitierte…“

- Was ist das hier?

- Schatzi, sag mal: was hören wir hier gerade?

- Leichtmatrose.

- Leichtmatrose?

- Ja.

- Kenne ich nicht. Kennst Du ihn?

- Nein.

- Schatzi, wir kennen ihn nicht… tja, weg ist er schon.

- Was der alles weiß, unser Indiemucke-Experte.

- Ja, sowohl die Stars als auch die sekundären Protagonisten kennt er. Alle.

- Von The Horrors bis zu Leichtmatrose. Und alles, was dazwischen liegt, natürlich auch.

- Zurück zur Bunte: „Madonna wird den Religionsstifter des Manichäismus Mani im neuen Film von Oliver Stone interpretieren. Die Dreharbeiten starten in Kürze in New Mexico. Die Pop-Sängerin erklärte der Bunte, Mani sei der Füllspachtel zwischen Zoroastrismus, Christentum und Buddhismus gewesen“.

- Nicht schlecht.

- Jah…

- Wie spät ist es?

- Fünf vor halb fünf.

- Hast du noch was vor heute Nachmittag?

- Nein. Und du?

- Auch nicht.

- Obwohl… Malte hatte mich gefragt, ob ich nicht vielleicht Lust hätte, ihm im Garten zu helfen.

- Ah, ja? Was hat er vor?

- Er will Usambara Veilchen einpflanzen.

- Schön. Willst du hingehen?

- Na, ich weiß nicht. Es war so komisch das letzte Mal…

- Ja?

- Ja, er war so… na, ich weiß es auch nicht. Auf jeden Fall meinte er zu mir vorhin am Telefon, dass Ketchup das beste Dünger für Veilchen sei.

- Was?

- Ja, so hat er gesagt. Lust auf Kreuzworträtsel?

- Na gut.

- Wenn du kein Bock hast, kann ich weiter lesen…

- Nein, machen wir.

- Gut. Also, los geht’s. Jordanischer König, acht Buchstaben.

- Weiß ich nicht.

- Ok, also: ein Reifenspiel, auch acht Buchstaben.

- Hulahoop.

- Veraltet: Lampenschirm. Auch acht Buchstaben.

- Abatjour.

- Ok, dann jordanischer König wieder. Es fängt mit A an und endet mit H.

- Abdullah?

- Super. Weiter geht’s mit: Notobdach, sechzehn Buchstaben.

- …

- Na?

- …

- Lösungsvorschläge?

- Sind das nicht Orso und sein komischer Freund?

- Wo?

- Da, am Kiosk.

- Ja, da sind sie. Hey, Orso!

- Orso orsino!

- Qui! Al bar! Sarah e Lara! Wie heißt sein Freund noch Mal?

- Giulio.

- Ob sie wieder… Hi, orsetto! Giulio. Che fate da queste parti?

- Ciao. Ciao. Niente, Giulio cercava una rivista. Quell’edicola è molto ben fornita. E voi?

- Noi abitiamo qui vicino. Ci beviamo un cappuccino e facciamo le parole crociate. Non avete mai visto il nostro nuovo appartamento! Una sera di queste vi invitiamo a cena.

- Molto volentieri. A che punto siete quindi?

- ... A che punto di cosa?

- Le parole incrociate. Cosa vi manca?

- Ah, abbiamo appena iniziato. Eravamo ferme a… Notobdach, sedici lettere.

- Notobdach? Che cazzo è?

- Eh… una casa… un ricovero… what’s the word? Di fortuna?

- Ah, okay. Wie viele Buchstaben?

- Sechzehn.

- Ausweichquartier?

- Ja! Passt.

- Sehr gut. Aromatisch duftendes Harz, neun Buchstaben.

- Weihrauch!

- Bravo Orso! Dein Deutsch wird immer besser, weißt du? Wenn du nächstes Jahr nach Italien zurück ziehst, kannst du bestimmt eine Stelle als Deutschlehrer finden.

- Ach, ich glaube, in Italien gibt es momentan keinen zu großen Lehrermangel.

- Hat nicht gerade eure Ministerin für Bildung tausende von Lehrern gefeuert?

- Ja, Grundschullehrer. In der Grundschule wird kein Deutsch unterrichtet… Obwohl in Südtirol…

- E tu, Giulio? Come sta andando il tuo corso di tedesco?

- Ah… bene. Sehr gut. Sehr besser.

- Viel besser.

- Viel besser.

- Na, du hattest am Anfang doch so ’ne blöde Lehrerin, nicht?

- Sì. Eine Rassist.

- Rassistin.

- Eine Rassistin. Aber jetzt ist sie viel besser… Ehi, non è Aiden Quinn quello?

- Quale? Dove?

- Lì, sulla copertina della tua rivista.

- Oh… ja, ist er.

- Mein Mann von dem Traum!

- Traummann.

- Genau. Ich liebe ihn… seit… Cercasi Susan disperatamente.

- Cercasi was?

- Desperately Seeking Susan.

- Ach ja. Mit Madonna und Rosanna Arquette… und Richard Hell!

- Ja, und Giancarlo Esposito, John Turturro, John Lurie…

- Ok, es reicht. Fangt bitte nicht wieder an mit euren Casting-Listen, ihr Filmlexika!

- Ist schon gut, wir hören auf. Und wir gehen auch. Vero, Giulio?

- A casa?

- Sì, a casa. Abbiamo quella cosa da fare, il mobile… non fingere di non ricordare.

- Ah, è vero. Il mobile!

- Bravo. So, dann sagen wir Tschüss und gehen weiter zu unserer Bastelstunde. Ach, so! Lara! Du wolltest doch das Originalrezept für Carbonara, richtig?

- Was? Du wolltest Carbonara essen?

- Ja, nein… nicht für mich, ich hatte es dir doch erzählt. Für meine Tante, die Toskana-Tante.

- Ach, richtig.

- Also maile ich es dir später zu. Aber sei bereit: es ist ziemlich hardcore.

- Wie hardcore jetzt? Was meinst du?

- Ja, man sollte nämlich keine Pancetta verwenden, also Bacon, sondern Schweinekamm.

- Was!?

- Ja, Schweinekamm oder alternativ… guanciale. Dafür hab’ ich noch keine Übersetzung gefunden.

- Ist das ekelhaft! Sag mir bitte nicht, dass es mit „guancia“ zu tun hat… Ich will es gar nicht wissen! Die Tante wird es wohl wissen. Oder sie wird ihre Toskana-Truppe an der Volkshochschule fragen.

- Ob die deutsche Fleischerei so einen Artikel führt…

- Ok, ich will nicht… wüten. Alles Weitere per E-Mail.

- Ja, besser so. Also, dann viel Spaß euch mit dem Basteln.

- Ja, Danke. E a voi buon divertimento con le parole crociate.

- Grazie, caro. Ciao!

- Ciao, belle!

- Sì, ciao belli!

- Tschaui!

- … Och, sind sie süß!

- Ja, sehr. Und der Giulio ist gar nicht so komisch…

- Nein, nur so ein bisschen ruhig, aber freundlich… What the fuck! Careful there! Deine Tasse ist undicht!

- Was? Oh, Jemene!

- Ach, du grüne Neune! Ah-ah!

- Meine Güte! Guck mal…

- Mein lieber Herr und Gott im Himmel! Wie kann es sein? Schatzi! Bring mal schnell ein Tuch!

- Oh, ist das doof.

- Soll ich?

- Nein, lass mal. Ist nicht so schlimm eigentlich.

- Schatzi, eure Tassen sind undicht.

- Ach was!

- Ja, guck mal.

- Oh…

- Ja, „oh“. So geht es nicht.

- Sorry, aber ich kann doch nichts dafür!

- Ja, ich weiß. War nicht ernst gemeint, Schatzi. Ist auch kein Drama. Die Hose kann man doch…

- Meine Floppy Disk!

- Was? Was macht denn deine Floppy Disk auf dem Tisch?

- Die habe ich eben rausgeholt, aus der Tasche, weil ich ein Tuch gesucht habe…

- Du bist ja aber…

- So, warte. Ich baue hier eine Art chinesische Mauer mit den Servietten auf… so, und hole mal ein feuchtes Tuch aus der Küche.

- Bravo, Schatzi. Mach mal.

- Weißt du? Es ist wie damals in Radolfzell mit dem Eiskaffee am Seeufer.

- Ja, sehr romantisch. Ich hoffe nur, dass Disketten nicht so empfindlich sind.
- Na, was ist da drin?

- Hochsensible Daten über die Mitglieder unseres Geheimbundes. Nein, nur meine Magisterarbeit.

- What!?

- Just kidding. Es sind halt die Word-Dokumente aus dem alten PC. Also, kleine Sachen. So, Briefe an die Hausverwaltung…

- Sicher? Nichts Tragisches, wenn sie verschwunden sind…

- Nein.

- Du bist sicher. Nicht dass du später die Telefonseelsorge anrufen musst.

- Sehr witzig!

- Oh, Schatzi… Danke!

- So, feuchtes Tuch und, hier, Oxy Clean für die Hose.

- Spot and Stain Remover. So was habt ihr in der Küche?

- Ja, natürlich.

- Ja, ihr mit euren undichten Tassen! Sag mal, was hören wir gerade?

- Lily Munster von The Horrors.

- Hatte ich doch gesagt, oder? Neue Single?

- Ja. Aus dem neuen Album: Papillon.

- So, Danke. Hier, dein Remover. Und das Tuch.

- Bitte sehr.

- Und deine chinesische Mauer hier können wir jetzt abbauen.

- Ja. Willst du uns nun ein Kastanienmännchen machen?

- Hehe…

- Ach, unser Schatzi. Ach, bringst du mir auch noch ein Tuborg, bitte?

- Gleich.

- Danke.

- So, Kaffee-Drama ist vorbei. Wollen wir weiter machen mit dem Kreuzworträtsel?

- Ok. Schieß los.

- Also, Tennisspielerin (Sylvia…), fünf Buchstaben.

- Lance.

- Sicher?

- Jah…

- Also Lens wie Linse oder… Ne, geht gar nicht.

- Äh?

- Buchstabiere, bitte.

- Ach, meine Legasthenikerin! L-A-N-C-E.

- Heimtückischer Mörder, acht Buchstaben.

- Mh… na, wie hießt es? Meuchler!

- …

- Na?

- Wie war es noch Mal?

- Meuchler. Sag mal, hast du keine Lust mehr?

- Doch…

- Doch nicht. Ich sehe schon. Wollen wir es hier meucheln? Schluss mit dem Rätseln.

- Ja, gut. Ach, da kommt dein Tuborg.

- So.

- Danke.

- Sag mal, Schatzi. Wie viele Broteinheiten enthält Bier? Weißt du das?

- 0.3

- Was? Du weißt es tatsächlich?

- Klar, bin doch Kellner.

- Aber was für Einer! Und wie viele Kohlenhydrate?

- 3.1

- Folsäure?

- 4.0

- Natrium?

- Na, kommt darauf an…

- Wie, „kommt darauf an“?

- Na ja, ich meine, es ist doch von… von der Marke abhängig…Tuborg, zum Beispiel… Ja, Tuborg…

- Jetzt hast du ihn verunsichert!

- Ja, Tuborg…

- Keine Sorge, Schatzi. War nur so zum Spaß. Geh ruhig zu deinen anderen Kundinnen da. Die wollen zahlen, glaub’ ich.

- Gut.

- Hey, hast du seine neue Siebdrucke gesehen?

- Von wem?

- Na, von Schatzi.

- Nein, ich wusste nicht, dass er so was macht. Was sind es für Sachen?

- Na, er bedruckt hauptsächlich Holz und Textilien. Erinnerst du dich an das eine T-Shirt mit den Fischen vorne und hinten diesem Dammbruch, mit dem Wasser, das ein Tal überschwemmt?

- Nein! Das hat er selber gemacht?

- Ja! Er ist richtig gut. Und jetzt hat er eben diese Holzplatten bedruckt: alle Sternzeichen, aber nicht eso- oder hippiemäßig. Sehr… comicsartig… dreifarbig. Frag ihn, ob er sie dir zeigen kann. Nächstes Mal beim Pokern.

- …

- Na, was ist?

- Nichts. Ich dachte nur… es ist mir irgendwie kalt hier draußen. Wollen wir nicht wieder rein?

- Wie du magst.

- Ist es okay für dich?

- Ja, klar. Bier, Taschen. Floppy nicht vergessen.

- Ach, ja. Die ist wieder trocken. Also, trockener.

- Schatzi. Uns ist kalt.

- Da ist ein Tisch frei, da am Fenster.

- Super. Da wollen wir hin.


Im Café, am Fenster.


- Du, weißt du, dass Schatzi mal Messdiener war?

- Ah, ja? In seinem Kaff da in Westfalen?

- Ja, streng katholisch war er mal gewesen. Also, katholisch erzogen, klar, aber er meinte, er war eine Zeit lang ein richtiger Gläubiger. Er meinte, er hat sehr gerne gedient. Und er hat es bestimmt sehr gut gemacht, denke ich. Fingerfertig wie er ist. Da mit den Oblaten und dem Wein und den ganzen liturgischen Gewändern.

- Tja, von Messediener zu Kellner.

- Bei Ihnen alles in Ordnung, Herr Pastor? Noch ein bisschen Austernsoße auf Ihrer Hostie?

- Sag mal, kam er nicht aus Würzburg eigentlich? Da wo die Mönche sind, die Benediktiner von diesem Kräutertee… Münsterschwarzach.

- Ja, ich weiß. Die mit der Druckerei. Nein, das war Alex. Er hatte sich verliebt in einem der Novizen. Richtig verliebt. Er hat noch Jahre danach von diesem Typen geschwärmt, mir Fotos geschickt…

- Love is the strongest feeling.

- Right. Wer hat es gesagt? Giselle Bündchen vielleicht? Oder war es Indira Ghandi?

- Ich glaube, das war noch vorher. Konfuzius oder so. 560 v. Chr. In der dritten oder vierten Klasse war er damals.

- Schatzi, wann hast du Feierabend?

- So, gegen acht. Ich muss dann Kassensturz machen und ein bisschen aufräumen. Warum fragst du?

- Also, nichts Besonderes, wir dachten halt… also ich dachte, du könntest uns deine neue Siebdrucke zeigen. Wenn du nicht schon was vor hast.

- Ja, klar. Hatte ich sie nicht schon…

- …

- Ihr kommt zu mir?

- Ja, dachte ich. Wir holen uns vielleicht eine Falafel auf dem Weg zu dir. Oder einen Döner meinetwegen.

- Können wir machen.

- Warst du schon mal in diesem neuen Laden drin? Da an der Ecke… Innstraße. Ich meine, es ist ein libanesischer Imbiss. Sieht ganz hübsch aus.

- Uh… weiß ich nicht, kenne ich nicht. Wir können ihn gerne testen. Und dann gehen wir zu mir. Du, ich muss weiter…

- Cool. Abgemacht. Hast du gehört? Wir gehen zu Schatzi nachher. Er zeigt uns…

- „Die Feder eilte weiter, glatt, behende“.

- Was sagst du?

- Buddenbrooks.

- Was du alles in deiner Tasche drin hast!

- Ich hab’ auch noch Das zweite vatikanische Konzil von Otto Hermann Pesch und Sonnenfresser von Susanne Paulsen.

- Photosynthese?

- Ja. „Wie Pflanzen leben“. Hat den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen.

- Und ist gut?

- Angeblich ja.

- Du hast es noch nicht gelesen.

- Nein. Sag mal, hatte er nicht polnische Vorfahren?

- Schatzi, meinst Du?

- Ja.

- Ja. Wendische Vorväter, wie seine Oma sagte.

- Nazi-Oma?

- Ein bisschen.

- Mh… Er wohnt immer noch in der Karl-Marx-Straße, oder?

- Ja.

- Können wir vorhin kurz zu H&M? Ich will mir einen Pulli kaufen. Es geht ganz schnell.

- Okay. Aber dann lässt du mich kurz an seine Playstation ran.

- Och…

- Er hat einen tollen, neuen Flugsimulator!

- Na gut, dann werde ich wohl, während du fliegst, mit seinem süßen Gassenjungen spielen müssen.

- Sein Mitbewohner, meinst du? Paul?

- Yes, the little rascal Mitbewohner.

- Sie wohnen nicht mehr zusammen!

- Was? Seit wann denn?

- Ach, ich weiß nicht so genau. Ich habe aufgehört, seine Umzüge zu zählen. Nicht so lange… Wann hatte er sich diesen Leberfleck entfernen lassen?

- Na… vor einem Monat?

- Hier, zwei Birnen. Frisch gewaschen, essreif.

- Danke, Schatzi! Die sehen richtig lecker aus. Sag mal, wann ist Paul … Weg ist Schatzi. Auf jeden Fall wohnt Paul nicht mehr da. Ich glaube, er wohnt jetzt… Scheiße! Die Birne! Entschuldigung. Ja, ist meine Birne. Danke. Ja, ich weiß: kausal. Man spielt mit dem Essen, das Essen fällt runter. Und rollt bis zum Nachbartisch… peinlich! peinlich! Naja… Du, er hat doch keine Playstation, er hat ein Nintendo… na, wie heißt es? Ist auch egal. Eine ordentliche Konsole… Ist was?

- Nein.

- Sicher?

- Ja, ja.

- Gefällt dir die Birne nicht?

- Doch.

- Gut. Also, ich hoffe, er wird mir dieses Mal eine kurze Einführung in diesen Flugsimulator geben. Nicht wie das letzte Mal mit dem Angelspiel, wo er dann die ganze Zeit an seinem Versuchsaufbau einer neuen Weltordnung gesessen hat. „Du kommst alleine klar, oder? Ich will hier kurz weiter mit meinem Experimentchen“. Fazit: ich bin nicht weiter als „King of the Puddle“ gekommen. Durchdringung des ersten Levels nicht gelungen. Okay, es gibt Schlimmeres. Glücklich war ich jedoch nicht. Und weißt du was? Du weißt, dass ich meine Aggressivität nicht ausleben kann… Zornig und frostig. Von außen ganz cool… Brad Pitt lässt grüssen… he-he… Obwohl er eigentlich gar nicht so cool ist, schlechtes Beispiel… Hey, was ist denn?

- …

- Na? Ist alles klar bei dir?

- Eh…

- Hey, what’s up, cutie?

- Nichts… Nothing, really. Ich bin nur… I just…

- Are you feeling sick? Shall I get you something?

- No, thanks. I’m really just… you know, a bit alienated. You know me. I sometimes just space out… the daydreamer. This whole day, you know, getting up early and taking mom to the airport… then reading and calling my brother, calling Elke, then reading again… And this… this afternoon here… Weißt du? Ich bin einfach…

- Alles klar bei euch?

- Yes! Ja, Schatzi. Alles in Ordnung.

- No worries, yes, meine Lieben.


Fine


Le 62 parole chiave erano: Känguruhfleisch, Ejakulat, Sonderzeichen, überheblich, Springinsfeld, Kirschgarten, Verfolgungsjagd, Penny McLean, Sokrates, Leichtmatrose, sekundär, Religionsstifter, Füllspachtel, Usambara Veilchen, Ketchup, Lösungsvorschläge, Weihrauch, Lehrermangel, Aiden Quinn, Bastelstunde, Schweinekamm, undicht, Floppy Disk, chinesische Mauer, Radolfzell, Geheimbund, Telefonseelsorge, Oxy Clean, Lily Munster, Papillon, Kastanienmännchen, Tuborg, Legastheniker, meucheln, Broteinheit, verunsichert, Siebdruck, Dammbruch, Messdiener, fingerfertig, Austernsoße, Würzburg, Giselle Bündchen, Indira Ghandi, Kassensturz, behende, Konzil, Photosynthese, wendisch, Flugsimulator, Gassenjunge, Leberfleck, frisch gewaschen, kausal, Nintendo, ordentlich, Versuchsaufbau, Fazit, Durchdringung, glücklich, zornig, Brad Pitt.


Ale

postato da t.lupo | 15:03 | commenti (3)


martedì, aprile 28, 2009
 

Finalmente ho scoperto che anche gli anglofoni possono bestemmiare, volendo.

La sorella di Dexter all’inizio del quinto episodio della seconda serie esclama, dopo il primo sorso di una bevanda fresca in un torrido pomeriggio d’estate: “Oh, sweet Mary motherfuck! That’s good”.

Al che il fratello: “I think you might have broken a commandment somewhere in there”.

Finora avevo sempre creduto che il massimo di creatività concessa dall’inglese alla blasfemia fosse bloody hell. Pensavo anzi che gli anglofoni proprio non concepissero locuzioni dissacranti rivolte a cristi e madonne. E invece.

Mi chiedo: visto che Dexter è ambientato in Florida, che ci sia forse un qualche influsso ispanico?


Ale

postato da t.lupo | 21:52 | commenti (7)


venerdì, aprile 24, 2009
 
Come si dice dalle mie parti: prèdeghe curte, lugàneghe longhe.

Ale
postato da t.lupo | 18:11 | commenti (2)


venerdì, aprile 10, 2009
 

Big hands, I know you’re the one


La visione di Glue mi ha spinto a procacciarmi il primo album dei Violent femmes. Più precisamente, ad accantonare la nausea procuratami da innumerevoli ascolti giornalieri coatti e godermi questo capolavoro.


I’m gonna hack-hack-hack-hack it apart


Sì, perché dodici anni fa ho vissuto con un greco che riusciva ad ascoltare questo disco ogni giorno, anche tre volte di fila: per due volte ad un volume sufficientemente alto perché la musica si sentisse in tutto l’appartamento; la terza volta abbassava il volume e si sentiva solo in corridoio, o addirittura si metteva le cuffie e allora si sentiva solo se passavi davanti alla sua porta. A volte poi riascoltava un singolo brano anche 5/6 volte di fila. Di solito Kiss Off. Ora lo faccio anch’io…

In realtà i greci erano quattro: Panos, Timos, Leos e Costas. Panos era il fan dei Violent femmes. Però anche a Timos piacevano. Una volta mi raccontò estasiato del loro concerto di Atene, con l’acropoli illuminata che si stagliava sul cielo dietro il palco. Chissà perché io, che al tempo non sapevo come fossero fatti questi Violent Femmes, a quel punto mi figurai i Cramps che cantavano sotto le rovine greche illuminate di giallo, verde, rosso.

Leos invece ascoltava gli Aerosmith, e una volta fece girare un greatest hits in loop a tutto volume per ore. Timos ogni tanto si alzava dalla scrivania e andava a battere i pugni sulla porta di Leos imprecando. Alla fine venne fuori che il coglione era uscito di casa lasciando lo stereo acceso. Timos al suo ritorno lo cazziò, ma non servì a molto: Leos l’avrebbe poi rifatto almeno un altro paio di volte.


Oh, ma mumma mamma mo ma mum, have you kept your eye, your eye on your son? I know you have had problems, you are not the only one


Tra parentesi, la madre di Leos gli spediva più o meno una volta al mese un’abbondante porzione di moussaka direttamente da Creta. In un contenitore Tupperware infilato in una busta imbottita, che è quasi sempre arrivato integro a destinazione.


How long can the days go on…


Costas rimase con noi solo un paio di settimane, poi si trasferì in un altro appartamento con la propria ragazza. Peccato: mi regalava le sigarette. Al suo posto arrivò un brasiliano, che Timos prendeva in giro perché parlava come un gangsta. Poi anche il brasiliano lasciò e la sua stanza rimase sfitta. I greci tra di loro parlavano tutto il tempo in greco e spesso ridacchiavano alle mie spalle. Mie e dell’altro non greco: un austriaco mezzo nobile, gran viveur. Con i non greci parlavano in inglese. Eravamo in Galles.


Seems like there’s a good reason to worry, worry, worry. Seems like a damn good reason to worry, worry, worry. I’d sit around listening to your story, if I wasn’t in such a hurry, hurry, hurry


Ogni tanto, la notte, Panos e Timos uscivano di casa per tornare dopo tre quarti d’ora con due mezzi polli allo spiedo e abbondanti patatine fritte, che consumavano voracemente in cucina vociando e sghignazzando, fumatissimi. Se in quelle occasioni andavo in cucina a farmi un tè o un sandwich, a volte mi ignoravano, a volte Timos, se era di buon umore, mi chiedeva un paio di cose, mi punzecchiava e si discuteva un po’. Era un tizio molto sveglio e gli piacevano le scaramucce retoriche, ma in questo l’austriaco gli dava più gusto di me. Era tendenzialmente stronzo, Timos, ma gli stavo simpatico e in fin dei conti il sentimento era reciproco.

Una notte, sono disteso a letto e mi sto per addormentare, la porta di casa si apre con uno schianto e un uomo entra in casa, corre lungo il corridoio fino alla cucina, urlando come un matto. Un urlo intermittente e bestiale che mi gela il sangue. Noto che la porta di camera mia è socchiusa. L’uomo torna indietro, viene verso camera mia. Potrei scendere dal letto e con un balzo lanciarmi sulla porta e chiuderla, ma la paura mi inchioda al materasso. L’uomo passa davanti alla mia stanza e procede verso l’ingresso; arrivato lì torna indietro, torna in cucina, continuando a urlare. Va avanti e indietro un paio di volte e poi esce, scende le scale. A quel punto mi alzo dal letto, chiudo la porta di camera mia e mi precipito alla finestra: scosto le tende e guardo giù verso il parcheggio. Dal nostro edificio esce un uomo: riconosco Timos.


I take one, one, one ‘cause you left me and two, two, two for my family and three, three, three for my heartache and four, four, four for my headaches and five, five, five for my lonely and six, six, six for my sorrow and seven, seven for n-n-no tomorrow and eight, eight… I forget what eight was for but nine, nine, nine for a lost god, ten, ten, ten, ten for everything, everything, everything


Il giorno dopo ne parlammo. Si scusò, ma non mi spiegò esattamente cosa gli fosse successo. Gli dissi che quell’urlo mi aveva terrorizzato. Lui scoppiò a ridere e volle saperne di più, così gli raccontai di come non fossi riuscito a muovermi dal letto, di come quel grido disumano mi fosse sembrato il verso di un uomo che aveva del tutto perso la ragione e che se fosse entrato in camera mia… non so. Da quel giorno Timos prese ad avvicinarsi di soppiatto mentre lavavo una tazza in cucina o leggevo una dispensa seduto alla scrivania e a urlarmi alle spalle: ogni volta mi veniva un mezzo infarto e poi mi incazzavo. Lui rideva e io gli dicevo che era un coglione e che non doveva farlo mai più. Da un giorno all’altro smise di farlo.


I hope you know that this will go down on your permanent record. Oh, yeah? Well, don’t get so distressed. Did I happen to mention that I’m impressed?


Una notte Timos e Panos tornano a casa ubriachi e correndo, urlando, per il corridoio prendono a pugni i lampadari: le lampadine vanno a pezzi, un lampadario vola a terra. Arrivano in cucina e calciano il sacchetto dell’immondizia in un angolo.


Why, why, why would I lie to you?... With a smile or a frown, I’m so tired of you being around, you gave me some sexual acts, but now I’m just gonna have to tell you all the facts. What could that be? Well, here’s a clue…


Una mattina tornai a casa sconvolto da un litigio con il mio ragazzo. Mi fiondai in camera sbattendo la porta. I miei coinquilini stavano facendo colazione. Dopo qualche minuto bussano alla mia porta: apro ed è l’austriaco che mi chiede se c’è qualcosa che non va. Gli faccio capire che voglio starmene un po’ solo.


‘cause it’s gone, daddy, gone, your love is gone, it’s gone, daddy, gone, the love is gone, yeah, it’s gone, daddy, gone, the love is gone, yeah, it’s gone, daddy, gone, the love is gone away


Nel pomeriggio, mentre stavo facendo bollire del riso, Timos entrò in cucina e mi chiese come andava, cos’era successo. Lo guardai, lui mi sorrideva benevolo. Allora gli raccontai del mio ragazzo e dei nostri cazzi e quello fu il mio coming out con Timos. Parlammo per un’oretta, lui la prese bene. Mi disse che invece, secondo lui, Leos non avrebbe capito, Panos probabilmente non avrebbe avuto troppi problemi ad accettare la mia sessualità ma lui comunque mi consigliava di tenermelo per me, dell’austriaco non c’era di che preoccuparsi. Io di raccontarlo a Panos e Leos non ci pensavo nemmeno.


Just what I’ve been through is nothing like where I’m going to


Quando nell’appartamento della mia amica S. si liberò una stanza decisi di trasferirmici. Salutai i greci, l’austriaco era sparito. Forse era sceso in Germania con la sua ragazza, non ricordo. L’avrei incontrato qualche mese più tardi all’entrata dello student village: indossava un cappotto anni ’70 con collo di pelliccia, comprato a Londra. Non gli stava bene. Non era il suo stile. Ora ricordo una cosa: qualche ora dopo il coming out in cucina con Timos, anche l’austriaco venne a chiedermi se stavo meglio. Entrò in camera mia, si sedette sul mio letto. Gli raccontai più o meno le stesse cose che avevo raccontato a Timos. La sua reazione fu molto diversa. Sembrava che l’idea di vivere con un finocchio lo divertisse, sembrava non vedesse l’ora di raccontarlo ai suoi amici. “I’m okay with that”, gli dissi. Mi disse che, anzi, anche lui ogni tanto pensava, sì, insomma, di essere bisessuale. “Bisexual like Brett Anderson?”. Sì, non aveva mai fatto sesso con un uomo, ma in teoria non escludeva la possibilità di farlo in futuro. “I’m okay with that”, gli dissi.

Non avrei mai più rivisto Panos e Leos. Timos invece sì.


You know you’ve got my sympathy, but don’t shoot-shoot-shoot that thing at me


Un giorno Timos venne a trovarmi nel mio nuovo appartamento. Si sedette sul mio letto e, dopo due convenevoli e un paio di silenzi imbarazzati, cominciò a raccontarmi di come lui e gli altri greci ridessero alle mie spalle quando vivevamo assieme. Sì, perché decoravo lo specchio di camera mia con paillette colorate e perché non parlavo molto e quando lo facevo dicevo cose strane o irrilevanti. Ma soprattutto perché non mi ero mai accorto che mi rubavano regolarmente il prosciutto. Già, quel prosciutto Tesco. Tante fette rosa quadrate tutte uguali messe una sopra l’altra in un contenitore di plastica quadrato.

“Va be’, ma era impossibile accorgersene. Mica contavo le fette rimaste prima di rimettere la confezione in frigo”.

“Ok, ma non ti accorgevi di niente neanche quando eravamo noi ad aprire la scatoletta per primi, appena tornavi dal supermercato”.

“Ah, be’… Comunque è davvero un piacere sentire questa cosa...”.

“E anche il formaggio ti fregavamo!”.

“Basta!”.


Good feeling, won’t you stay with me just a little longer? It always seems that you’re leaving, when I need you here just a little longer


Ale

postato da t.lupo | 20:53 | commenti (8)